Minimalismus (1)

Jeder hier besitzt statistisch gesehen etwa 10.000 Dinge. Das ist ein ziemlich großer Haufen Zeug. Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Minimalismus. Die Frage ist – wieviel Dinge brauche ich wirklich? Ich habe bisher gerne Dinge gehortet, damit immer etwas in Reserve ist. Aber brauche ich wirklich 25 verschiedene Putzmittel oder 30 Plastikbehälter?  Es geht ganz schnell den Überblick zu verlieren. Mal ganz davon abgesehen, dass Dinge verderben, schlecht werden oder einfach nicht mehr dem eigenen Stil und den Bedürfnissen entsprechen.

Also hab ich angefangen all meine Dinge durchzugehen und bei jedem einzelnen zwei Fragen zu stellen: 1. Brauche ich das wirklich? und 2. Liebe ich es? (Wer es noch nicht kennt – das Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo ist dazu sehr empfehlenswert). Allerdings bin ich noch lange nicht fertig 🙂

Minimalismus ist ein Prozess und das Ergebnis so individuell wie Du.

Meine Vorratskammer

Es ist wirklich erschreckend wieviel sich in so einem Vorratsschrank befinden kann und noch viel schlimmer ist es fest zu stellen was davon alles schon lange das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat. Bei mir war es ein ganzer blauer Müllsack voll …….. Zuerst habe ich den Schrank komplett leer geräumt und dann gründlich ausgewischt. Als nächstes kamen alle abgelaufenen Lebensmittel weg und die restlichen habe ich nach Gruppen sortiert. Die Dinge die keiner mag, die aber noch ok waren hab ich verschenkt. Inzwischen ist für mich die Vermeidung von Plastikmüll auch noch ein ganz wesentlicher Faktor geworden. Daher kaufe ich gerne „lose“ Ware (Nudeln, Reis usw.) in einem unverpackt Laden. Es gibt in meiner Nähe einen in Wiesbaden und einen in Mainz (bundesweit natürlich noch weitere). Dort kann ich in Gläsern oder Stofftaschen (mitgebracht oder dort gekauft) alles ohne Plastikverpackung kaufen.  Auch in normalen Supermärkten wird vieles in Gläsern angeboten. Da eine Plastiktüte 450 bis 600 Jahre braucht um zu verrotten ist das etwas worüber Du dir mal Gedanken machen darfst 🙂

Mein Vorratsschrank enthält jetzt nur noch Lebensmittel die regelmäßig verbraucht werden und ist durch die Glasbehälter sehr übersichtlich geworden.

Mein Kleiderschrank

Wieso behält frau Kleidung die nicht mehr passt? Ok, das gute Stück war teuer und es hängen Erinnerungen dran. Aber mal ehrlich was ist das wirklich für ein Gefühl in einen Schrank zu schauen der voll ist mit Sachen die entweder nicht mehr passen oder als Spontankauf nie getragen wurden. Mein Kleiderschrank hatte genau diese beiden Probleme. Dazu kam, dass ich keine wirkliche Ahnung davon hatte was mein Stil ist.

Als ersten Schritt habe ich mir meine Lieblingsstücke angesehen um rauszufinden, welche Farben und Stoffe ich am liebsten mag. Eine Farb- und Stilberatung vor einigen Jahren war mir damals eine echte Hilfe – entspricht aber nicht mehr dem Stil den ich heute tragen möchte. Für mich sind es die Farben schwarz und beere und meine Accessoires mag ich in Silber. Das war mir vorher nicht so klar und so sind immer mal wieder Teile in meinem Schrank gelandet die andere an mir schön fanden oder die einfach ein „Schnäppchen“ waren.

Als nächstes habe ich mir schöne neue Kleiderbügel aus Holz geleistet. Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich dann tatsächlich alle meine Kleidungsstücke aus dem Schrank geräumt habe. „Und ich dachte ich hab nicht so viel ………“ Nachdem der Schrank gründlich sauber war habe ich damit begonnen nur noch Lieblingsteile wieder ein zu räumen. 3 Kleider sind aus sentimentalen Gründen da geblieben von allen anderen Sachen die mir nicht mehr entsprechen habe ich mich getrennt. Auch von denen die mal teuer waren aber nicht mehr passen. So habe ich die Menge um etwa 50% reduziert.

Tipp: Für jedes neue Teil muss ein altes geht – das verhindert dass die Menge wieder unkontrolliert mehr wird und hat den Vorteil, dass sich irgentwann nur nur Lieblingsteile im Schrank befinden.

Putzmittel

Für jeden Fleck, jeden Raum, jedes Material gibt es verschiedene Reinigungsmittel. Die meisten davon sind giftig, nicht abbaubar und kaum aus unserem Wasser zu entfernen. Außerdem sind all diese Mittelchen total überflüssig. Seit einigen Wochen komme ich mit 5 „Zutaten“ für die gesamte Wäschepflege und für alle Putzmittel aus. Anleitungen dazu gibt es im Internet jede Menge schaut zum Beispiel mal auf die Seite von www.smarticular.net. 

Ich benutze vegane Schmier- und Kernseife, Soda, Natron und Essig. Dazu einige natürliche Duftöle oder gebe dem Essig für 2 Wochen Orangenschalen zu, je nach Lust und Laune. In mein Weichspülerfach kommt inzwischen auch nur noch etwas Essig und 15 Tropfen Zitronenöl – duftet herrlich frisch!

Und weiter?

Als nächstes kommen meine Bücher und Zeitschriften sowie meine Bastel- und Handarbeitssachen dran. Ich halte euch mit meinen Fortschritten und Tipps auf dem Laufenden.

Jeder Schrank der schon fertig ist sieht so toll aus. Ich freu mich jeden Tag daran. Ach ja, Sperrmüll und Elektroschrott ist auch schon einiges zusammen gekommen – scheinbar ist entrümpeln ansteckend 🙂 Meine Männer sind auch dabei.

Wenn ihr Tipps und Tricks dazu habt – freue ich mich über Kommentare dazu.

 

 

 

 

 

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